Kirchenrundgang Krautheim

Die Filiale St. Michael

Eine frühe Kirchengemeinde in Krautheim ist bereits zu fränkischer Zeit, im 7. und 8. Jahrhundert, überliefert.  Die erste Nachricht über ein Gotteshaus, es handelte sich um eine kleine, romanische Kapelle, stammt aus dem Jahr 1150.

Wohl im 14. Jahrhundert erhielt das Dorf eine neue, größere Kirche. Dies belegt der Turmunterbau des heutigen Gebäudes, der aus dieser Zeit stammt. Gesichert ist ein Gotteshaus jedoch erst im Jahr 1429. Es wurde dem Patrozinium des heiligen Michael unterstellt. Im Laufe des 15. Jahrhunderts entfremdete sich Krautheim mehr und mehr von der weitentfernten Kirche auf dem Kirchberg. Krautheim lag in einem konfessionell gespaltenen Gebiet. In Zeilitzheim lehrte die Adelige Argula von Grumbach das neue Bekenntnis, das nahe Volkach stand hinter dem Bischof von Würzburg. Die Dorfherren, die Zollner von der Hallburg, standen den Auseinandersetzungen eher gleichgültig gegenüber, sodass bald die gesamte Bevölkerung lutherisch war.Im Jahr 1583 fiel das kirchliche Patronatsrecht an die evangelischen Grafen von Castell. Mit dem Antritt des ersten Krautheimer Pfarrers Paulus Bantz, der verheiratet war, war das Dorf endgültig evangelisch.

Evangelische Pfarrei Krautheim

In den Jahren 1688 und 1698 besserte man die Kirche aus und errichtete das Gebäude neu. Bis ins Jahr 1709 wurde die Gemeinde von Eichfeld aus mitbetreut, da zu wenige Bewohner im Ort lebten. Unter Pfarrer Johann Kaspar Beyer setzte sich wiederum das Verbot für katholische Gottesdienste in der Kirche durch, diesmal wurde es vom gräflichen Konsistorium in Rüdenhausen hingenommen.

Im Jahr 1723 wurde der örtliche Friedhof erweitert, einige Jahre zuvor war der Kirchturm aufgestockt worden. Im Zuge der Mediatisierung wurde 1806 die Grafschaft Castell aufgelöst und Krautheim ein Teil Bayerns. Die Kirchengemeinde verblieb jedoch als Teil des Dekanats Castell bei den ehemaligen Herren. Es folgten in den Jahren 1827/1829 weitere Ausbesserungen am Kirchengebäude, insbesondere die Ausstattung wurde erneuert.

Nachdem in der Nachkriegszeit die Kirchengemeinde rasant angewachsen war, zeitweise wurde die Gemeinde der Stadt Volkach von Krautheim aus mitbetreut, entschied man sich 1970 für den Neubau des Langhauses. Heute bilden Zeilitzheim und Krautheim eine gemeinsame evangelische Pfarrei.

Architektur und Ausstattung

Eine Vorgängerkirche an der Stelle der heutigen ist zu vermuten, der Chorturm aus dem 14. Jahrhundert belegt dies. 1594 wurden das erste Mal Veränderungen am Kirchengebäude vorgenommen. Um das Jahr 1600 wurde dem Turm der charakteristische Spitzhelm aufgesetzt, der von den katholischen Kirchen des Würzburger Bistums zur Zeit des Bischofs Julius Echter geprägt war. Reste der Kirchenbefestigung und Gadenreste sind weiterhin erkennbar. Im Jahr 1970 begann der Abriss des Langhauses das 1973 neu geweiht wurde.

Ein Taufstein ist aus dem Jahr 1610 bezeugt. Die Kanzel wurde im Jahr 1791 eingebaut.

Glocken

Nachdem die Erhöhung des Krautheimer Kirchturms 1702 abgeschlossen war, begann die Gemeinde für Kirchenglocken zu sparen. Die erste und größte erreichte im Jahr 1736 das Dorf. Das Geläut wurde 1765 durch zwei weitere Glocken ergänzt. Alle wurden in  Würzburg gegossen. Während des Zweiten Weltkrieges mussten 1942 zwei Glocken abgeliefert werden. Sie wurden aus dem Glockenstuhl entfernt, konnten aber nach dem Krieg unbeschädigt dorthin zurückgebracht werden.

Quelle: Wikipedia

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