Geschichte

Geschichte der Kirchengemeinde Zeilitzheim (Quelle: www.offene-kirchen-bayern.de)

1328 genehmigte Bischof Wolfram von Grumbach Zeilitzheims Loslösung von der Mutterkirche Herlheim und die Errichtung einer eigenen Pfarrei. Es muss allerdings schon vorher eine Kapelle in Zeilitzheim gegeben haben, wie die sogenannte “Evangelistenglocke” mit der Jahreszahl 1319 zeigt – sie wird heute nur noch einmal im Jahr geläutet, an Silvester nachmittags um 14 Uhr.
Zu Beginn der Reformationszeit lebte im Zeilitzheimer Schloss wahrscheinlich Argula von Grumbach. Sie stand mit Martin Luther im Briefwechsel und gilt als die erste evangelische Publizistin. Sie unterstützte die Reformation in der Gegend; in Zeilitzheim besteht allerdings erst seit 1566 nachgewiesenermaßen eine evangelische Pfarrei, die die Gegenreformation ebenso wie die Wirren des Dreißigjährigen Krieges überstanden hat.
Noch einmal trat Zeilitzheim in den Blickpunkt einer weiteren Öffentlichkeit, als aus Anlass der “Zeilitzheimer Konferenzen” 1848/49 Johann H. Wichern vor unterfränkischen Pfarrern seine Idee der “Inneren Mission” der Kirche erläuterte.

Geschichte der Kirchengemeinde Krautheim (Quelle: www-frankenwinheim.de)

12. Jhd. Wahrscheinlich existierte bereits eine kleine romanische Kirche in Krautheim. Die Pfarrei wurde von Kaplänen aus Volkach mit versorgt.
ab 1530 Krautheim kommt durch Jacob Pfeffer (späterer evangelischer Pfarrer von Gerolzhofen) und Argula von Grumbach aus Zeilitzheim, unterstützt durch die castellsche Landesherrschaft, mit der Reformation in Berührung
1586 Krautheim wird endgültig protestantisch
1600 Kirchturm erhält seinen Spitzhelm
1610 Das älteste Stück der Kirchen-Innenausstattung ist der Taufstein, gestiftet 1610 gemeinsam vom Pfarrer, Schultheiß und Schullehrer.
1628 Die Einwohner des Ortes weigern sich, dem Befehl des Würzburger Füstbischofs Adolf von Ehrenberg zu folgen und zum katholischen Glauben zu konvertieren.
1629 Bewaffneter Überfall und Zerstörung des Pfarrhauses durch bischöfliche Truppen. Geiseln werden erst wieder freigelassen, nachdem sie versprochen hatten, katholisch zu werden.
1970 Abriss des baufällig gewordenen Langhauses der Kirche und Neubau. Der Kirchturm stammt noch aus dem Jahr 1702.
1983 Zusammenlegung der Kirchengemeinden Krautheim und Zeilitzheim zu einer Pfarrei.

Krautheim: Aus dem Buch: „Von Abtswind bis Zeilitzheim” von Karl Treutwein
Glaubenswirren:
Fürstbischof Philip Adolf von Ehrenberg ging streng gegen die neue Lehre vor. 1628 ließ er durch den Gerolzhöfer Stadtvogt den Krautheimern verkünden, sie hätten binnen 8 Wochen den katholischen Glauben anzunehmen. Dem lutherischen Pfarrer wurden alle gottesdienstlichen Handlungen untersagt. Weil dieser Befehl nicht beachtet wurde, fiel man am 17. Juli 1629 mit bewaffneter Macht in Krautheim ein. Da der Pfarrer, der verhaftet werden sollte, vorher geflohen war, führte man einige protestantische Männer aus Krautheim als Geiseln gefangen nach Gerolzhofen. Am Sonntag darauf musste der katholische Pfarrer von Gerolzhofen in Krautheim Messe lesen und predigen, um so den alten Glauben wieder einzuführen. Man glaubte diesen Zweck erreicht zu haben und ließ die gefangenen Krautheimer gegen das Versprechen, katholisch zu werden, wieder frei. Der Centgraf von Gerolzhofen aber kam am 26. Juli mit Landsoldaten und Wagen und führte das Getreide des protestantischen Pfarrers hinweg; aus dem Erlös daraus wurden die Kosten der Verhaftungsaktion bezahlt.
Solange Krautheim katholisch war und noch weit über diese Zeit hinaus kehrte die Frankenwinheimer Flurprozession in der Krautheimer Kirche ein; dort wurde das Johannesevangelium gesungen. Danach wurde dem katholischen Pfarrer und den Musikanten von der Gemeinde Krautheim Brot und ein Trunk Wein verabreicht. Im Jahre 1724 verschloss der Krautheimer Pfarrer beim Herannahen der Prozession seine Kirche und erklärte wütend, er lasse in seinem Gotteshaus keine Abgötterei treiben. Unter Protest zogen die Katholiken ab. Stellten aber in den nächsten Jahren immer wieder das Ansuchen auf Einzug in die Krautheimer Kirche. Da verboten die Krautheimer der Prozession sogar das Betreten ihrer Flur. Nun rächte man sich einige Zeit hindurch aneinander durch Erlassen von Flurbefahrungsverboten, dann schlief die Sache ein.

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